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Altersbedingte Nachfolgen prägen den Mittelstand in der DACH-Region

February 17, 2026

Jelle Stuij

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Altersbedingte Nachfolgen prägen den Mittelstand in der DACH-Region

Alternde Unternehmer und das Fehlen interner Nachfolger dominieren weiterhin das M&A-Geschehen im DACH-Mittelstand. Mehr als die Hälfte aller KMU-Transaktionen wird durch Unternehmer ausgelöst, die das Rentenalter erreichen, ohne einen geeigneten Nachfolger zu haben. Der demografische Druck ist damit zu einem strukturell prägenden Faktor der Deal-Aktivität geworden.

Im zweiten Halbjahr 2025 blieb das Transaktionsvolumen insgesamt stabil, während der Markt in eine diszipliniertere Phase überging: Die durchschnittlichen Bewertungsmultiples gaben leicht nach, Verkaufsprozesse dauerten länger und Käufer wendeten selektivere Kriterien an. Das Ergebnis ist ein widerstandsfähiger Mittelstand, geprägt von disziplinierter Umsetzung und zunehmendem Optimismus unter Beratern mit Blick auf 2026.

Diese Ergebnisse werden im Dealsuite DACH M&A Monitor Februar 2026 vorgestellt, einer halbjährlichen Studie zur Analyse von Transaktionsvolumen, Bewertungen, Branchendynamiken und Marktstimmung im DACH-KMU-M&A-Markt. Die Untersuchung basiert auf den Antworten von 164 M&A-Beratungsfirmen, die einen erheblichen Anteil der Mid-Market-Transaktionsaktivität in der Region repräsentieren.

Transaktionsaktivität zeigt klare Aufwärtsdynamik

Die Transaktionsvolumina im zweiten Halbjahr 2025 entwickelten sich positiv. Mehr als 40 % der Berater berichteten von einem Anstieg der Transaktionsaktivität, während nahezu die Hälfte stabile Volumina angab. Nur ein begrenzter Anteil verzeichnete einen Rückgang.

Die Verteilung der Transaktionen nach Dealgröße blieb ausgewogen. Transaktionen mit einem Volumen von über 5 Millionen Euro machten rund die Hälfte aller abgeschlossenen Deals aus.

Bewertungen geben leicht nach

Nach einem Höchststand zu Beginn des Jahres sank das durchschnittliche EBITDA-Multiple für DACH-KMU im zweiten Halbjahr 2025 leicht auf 5,5. Branchenübergreifend fielen die Bewertungsbewegungen gemischt, jedoch moderat aus. Die höchsten Bewertungsmultiples erzielen weiterhin die Sektoren Softwareentwicklung, Gesundheitswesen & Pharma sowie IT-Services. Einzelhandel sowie Gastronomie & Freizeit bleiben strukturell niedriger bewertet.

Unternehmensgröße bleibt entscheidender Bewertungsfaktor

Der Monitor bestätigt eine deutliche Bewertungslücke zwischen kleineren und größeren KMU. Unternehmen mit einem normalisierten EBITDA von 10 Millionen Euro erzielen EBITDA-Multiples, die rund 69 % höher liegen als bei Unternehmen mit einem EBITDA von 200.000 Euro. Dies spiegelt Unterschiede in der Ertragsstabilität, Diversifikation und im Zugang zu Kapital wider.

Längere Transaktionszeiträume spiegeln sorgfältige Umsetzung wider

Verkaufsprozesse in der DACH-Region sind zunehmend durch längere Laufzeiten geprägt. Im zweiten Halbjahr 2025 benötigte nahezu die Hälfte der von Beratern begleiteten Transaktionen mehr als ein Jahr bis zum Abschluss. Laut Floyd Plettenberg, CEO von Dealsuite, erfordert dies realistische Erwartungen seitens verkaufender Unternehmer:

„Längere Transaktionszeiträume sind kein Zeichen einer Marktabschwächung, sondern Ausdruck sorgfältiger Prüfung. In einem Umfeld, in dem Unsicherheit strukturell geworden ist, nehmen sich Käufer mehr Zeit für eine gründliche Risikobewertung. Dies führt zu umfangreicheren Due-Diligence-Prozessen und wohlüberlegteren Entscheidungen – und damit insgesamt zu längeren Verkaufsprozessen.“

Unternehmer verkaufen früher – Nachfolgeproblematik bleibt bestehen

Alter (und das Fehlen einer internen Nachfolgelösung) bleibt mit 57 % der häufigste Grund für einen Unternehmensverkauf. Gleichzeitig sank das Durchschnittsalter verkaufender Unternehmer in den vergangenen zehn Jahren von 62 auf 59 Jahre.

Ausblick: Zuversicht nimmt für 2026 zu

Die Einschätzungen der Berater für das zweite Halbjahr 2025 fielen gemischt aus: Eine Mehrheit bewertete den Zeitraum positiv, während ein signifikanter Anteil vorsichtigere oder negativere Einschätzungen äußerte.

Mit Blick auf das erste Halbjahr 2026 überwiegt jedoch der Optimismus: 76 % der Berater berichten von positiven Erwartungen, während der verbleibende Anteil neutrale oder weniger optimistische Einschätzungen abgibt. Stark pessimistische Erwartungen wurden nicht geäußert.

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