Über Industriezweige hinweg – Zugang zu einem wertvollen Portfolio an M&A-Möglichkeiten

German
July 21, 2021
Jelle Stuij
Head of Marketing & Operations

M&A ist als effektiver Weg für Wachstum und strategische Anpassung anerkannt. Während sich der Nebel der Covid-19-Pandemie lichtet, entsteht jedoch eine neue Art der M&A-Möglichkeiten, da Firmen zunehmend versuchen, Synergien über Branchen hinweg zu nutzen.

Eine Veränderung der Unternehmensstrategie

Eine kürzlich von EY durchgeführte M&A-Umfrage ergab, dass das Vertrauen in zukünftig zunehmende M&A-Deals großteilig auf die Veränderung der Unternehmensstrategien zurückzuführen ist. Firmen, die die Pandemie überstanden haben, mussten ihre Geschäftsmodelle schnell an eine neues (und oft herausforderndes) Umfeld anpassen. Schwierige Entscheidungen wurden getroffen und das Geschäftsmodell wurde kritischr evaluiert. Die EY-Studie zeigt, dass eine erfolgreiche Überwindung der jüngsten Notlage eine mutige Gruppe von Entscheidungsträgern hervorgebracht hat. Die Krise gab für sie einen Anstoß mittelfristige, strategische Pläne voranzutreiben und fundamentale Aspekte ihres Geschäfts infrage zu stellen. Dies führt zur Entdeckung neuer Möglichkeiten - über Branchen und Grenzen hinweg - auf der Suche nach neuen, synergistischen Allianzen.

Der gesteigerte Appetit nach Innovation und Wandel führt, in Verbindung mit einer zunehmend verbundenen Welt und insbesondere mit der steigenden Digitalisierung in Unternehmen, dazu, dass die Grenzen zwischen den Branchen verschwimmen und die Geschäftsfelder stärker zusammenwachsen.

Branchenkonvergenz tritt in neue Phase

Natürlich ist die Konvergenz von Branchen keineswegs ein neues Phänomen. Insbesondere die digitale Disruption hat in den letzten Jahrzehnten große Veränderung und Innovation vorangetrieben. Hätte zum Beispiel die Computerfirma Apple nicht die Industriegrenzen überschritten und den etablierten Telekommunikationsanbieter Nokia in den 2000ern herausgefordert, hätte das Smartphone vielleicht niemals existiert. Neuerdings ist eine ähnlich fortschrittliche Veränderung in der Automobilbranche geschehen. Das Aufkommen künstlicher Intelligenz, Machine Learnings und digitaler Schnittstellentechnik haben dazu geführt, dass Fahrzeuge mit verschiedenen Instrumenten ausgestattet werden. Diese können sowohl mit den Fahrgästen als auch mit ihrer Umgebung interagieren; von digitalen Assistenten bis hin zu Frühwarnsystemen. Konvergenz geschieht nicht nur Dank technologischen Fortschritts. Bedenken Sie zum Beispiel die Entwicklungen rund um „functional foods” - die Ernährungsindustrie und die Pharmaindustrie dringen hier zunehmend in gegenseitige Gebiete ein.

Im Gegensatz zu ähnlichen Entwicklungen in der Vergangenheit unterscheiden sich aktuelle Prozesse durch ihre Intensität und den Umfang ihrer Veränderung. Laut der aktuellen PWC-Studie, The Unstoppable Convergence Of Industries (Deutsch: Die unaufhaltsame Konvergenz der Industrien), ist die aktuelle Welle der Disruption anders; hat Auswirkungen auf alle Branchen. Die Digitalisierung hat die Grenzen zwischen traditionellen Branchen verschwimmen lassen. Dies bestärkt die Entstehung einer neuen Form von Unternehmen. Solcher, die in - vermeintlich nicht verwandte - Branchen eindringen und die, seit Jahrzehnten etablierte Branchenkonventionen in Frage stellen. Die Qualität dieser ‘Neuzugänge’ ist so hoch wie seit etwa zwanzig Jahren nicht mehr, stellt PWC fest.

Bei einem Großteil der Firmen fand während der Pandemie eine umfassende strategische Neuausrichtung statt. Diese hat, in Kombination mit den fortlaufenden Megatrends, den realen Wert eines flexiblen Geschäftsmodells mit Produkten und Dienstleistungen unterstrichen, die sich an das verändernde Geschäftsumfeld anpassen können. Angesicht der Herausforderung und Schnelligkeit der letzten 12 Monate ist es verständlich, dass sich Unternehmen unsicher sind bezüglich des Zeitaufwands und der Risiken einer selbst entwickelten Lösung . Daher stellen immer mehr Unternehmen branchenübergreifende und grenzüberschreitende Transaktionen in den Mittelpunkt ihrer überarbeiteten Unternehmensstrategie.

Der Trend führt wahrscheinlich zu nachhaltigen Verbesserungen der Nachfrage, so PWC. Etablierte Unternehmen könnten jedoch in einer ungünstigeren Lage sein, vor allem, wenn sie es nicht schaffen, die Konjunkturwelle während ihres Aufschwungs zu erwischen - oder zumindest bevor sie verebbt. In der Vergangenheit waren die Motive für eine branchenübergreifende Zusammenarbeit weitgehend auf Innovation ausgerichtet. Jetzt werden sie als entscheidend angesehen um Synergien, die von digitalem Fortschritt bis hin zu ESG-Rahmenbedingungen reichen, abzudecken.

Alternative Deals gewinnen an Beliebtheit

Der erhöhte Bedarf nach Talenten und Fähigkeiten hat sowohl konventionelles M&A als auch alternative Deal-Typen wie zum Beispiel Joint Ventures, Strategische Allianzen, und Corporate Ventures gefördert. Laut BCG ist es jedoch die Nutzung alternativer Deal-Typen, die durch die Krise beschleunigt wurde.

Die Motive für alternative Deals sind deutlich breiter gefächert als in vorherigen Aufschwüngen. Viele der von BCG Befragten gaben „Risikoteilung” oder „Erfahrungsgewinn” als primären Antreiber an. Anstatt nur bestimmte Bedürfnisse zu adressieren, sind die heutigen Deal-Alternativen „eine essenzielle und anspruchsvolle Komponente des Arsenals eines Dealmakers” geworden, sagt BCG.

Wertschöpfung ohne Grenzen

Während der Wettbewerb im Private Equity Bereich ansteigt, werden die Gewinner diejenigen sein, die außerhalb des traditionellen Unternehmensumfelds nach Möglichkeiten der Wertschöpfung suchen. Heutzutage erfordert erfolgreiches M&A eine kontinuierliche und systematische Suche, die sich zunehmend auf einen „outside-in view” fokussiert. Es geht um die proaktive Erweiterung existierender Fähigkeiten im Kontext des weiteren Ökosystems und nicht nur innerhalb der Branche, in der man tätig ist. Das Nutzen einer M&A Ressource wie Dealsuite, die in mehreren Branchen spezialisiert ist und 42 Länder umfasst, ermöglicht ein tiefes Verständnis über mögliche Transaktionspartner aus dem gesamten M&A-Spektrum. M&A-Experten können so aus dem Vollen schöpfen, von einer Minderheitsbeteiligung bis hin zu 100% Übernahmen. Ein intelligenter Matching-Algorithmus bedeutet, dass das Screening und die Bewertung möglicher Partner innerhalb von Minuten durchgeführt werden kann, so dass Sie sich trotz der Markttiefe der Relevanz sicher sein können.

Mit den richtigen Daten und dem Marktüberblick ausgestattet, können Sie schnell und entschlossen handeln, wenn der optimale Deal auftaucht.