Innovation und digitale Ressourcen erleichtern Cross-Border-Transaktionen

German
August 09, 2021
Jelle Stuij
Head of Marketing & Operations

Mit dem Aufkommen der Pandemie sind verschiedene Volkswirtschaften geschrumpft. Nach Angaben der OECD sank die Zahl der M&A-Transaktionen im Jahr 2020 um 18 %, und das, obwohl das Transaktionsvolumen unverändert blieb. Nichtsdestotrotz haben die Akteure der M&A-Branche ihre Anstrengungen verdoppelt (Stand: Januar 2021), um den Rückgang auszugleichen. Und zwar in einem derartigen Ausmaß, dass das erste Quartal 2021 das aktivste M&A Quartal seit 2007 war.

In drei Monaten fanden über 900 Transaktionen mit einem Unternehmenswert von über 1 Mio. $ statt. Das gesamte Deal-Volumen beträgt 358 Mrd. $. Die M&A-Euphorie wurde durch ein ausgesprochen starkes Interesse an grenzüberschreitenden Transaktionen befeuert, welche laut Bloomberg-Informationen im Jahr 2020 um 78% zunahmen.

Vernetzung erleichtert Cross-Border-Transaktionen

Die EY-Studie „Global Capital Confidence Barometer“ zeigte ein wachsendes Interesse an grenzüberschreitenden Transaktionen auf. Von den 2.400 dort befragten Führungskräften bekundeten 65% die Absicht, grenzüberschreitende Transaktionen durchzuführen. Dealsuite stellte, ebenso wie EY, zudem fest, dass europäische Unternehmen beliebte Akquisitionsziele darstellen. Und tatsächlich nahmen 39% der von EY Befragten an, dass Europa sich in den kommenden drei Jahren zu der Region mit dem stärksten Wachstum und den besten M&A-Möglichkeiten entwickeln wird. Europa überholt damit die USA und Asien als begehrteste Region, bei den M&A-Akteuren. Obwohl die meisten dieser Deals von multinationalen Unternehmen abgewickelt wurden, betreffen sie durchaus auch andere Marktsegmente.

Es wird deutlich, dass sich nun auch KMUs ausländischen Akteuren zuwenden. Bislang waren vorrangig große Konzerne ausreichend vernetzt, um grenzüberschreitende Transaktionen durchzuführen. Doch dank des verbesserten Zugangs zu Qualitätsdaten und einer größeren Markttransparenz kann nun im Grunde jedes Unternehmen am M&A Markt partizipieren. Und mit der Unterstützung von Tools wie Dealsuite wird es zudem wesentlich einfacher, Cross-Border-Transaktionen abzuschließen.

Anstieg der KMU Cross-Border-Transaktionen

Closing, eine belgische M&A-Beratungsgesellschaft mit Sitz in Wallonien, hat sich auf KMU-Transaktionen spezialisiert. Die Firma gehört zu den Dealsuite Kunden. Rémy Templier, Partner bei Closing, sprach mit uns über die Durchführung von grenzüberschreitenden Transaktionen und den Einsatz von Daten und Technologie in diesem Prozess.

„Wie Sie wissen, gibt es in Belgien drei verschiedene kulturelle Regionen, die trotz eines gemeinsamen rechtlichen Rahmens ihre jeweils eigenen Positionen und Bezugsgruppen haben. Diese Komplexität verbessert unsere Arbeit und stärkt unsere Kompetenz, ausländische Unternehmen für die Veräußerung Belgischer KMUs - vor allem aus der französischsprachigen Region - anzusprechen. Die Bandbreite der KMUs in Wallonien stellt einen herausragenden Mehrwert dar“, erklärt Rémy Templier.

In letzter Zeit nutzte Closing seine umfangreiche Erfahrung bei grenzüberschreitenden Transaktionen um, zum Beispiel bei der Übernahme der Clavie Packaging durch die Groupe BBA Emballages auf der Verkäuferseite zu unterstützen.

Cross-Border-Transaktionen erfordern besondere Expertise

Im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen sehen sich Käufer und Veräußerer mit einer gewissen „rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Komplexität“ konfrontiert, so Remi Templier. Diese erfordert bei jedem Schritt des Prozesses ein „bestimmtes Maß an zusätzlicher Aufmerksamkeit“.

Und tatsächlich muss das erwerbende Unternehmen seine Risikoeinschätzung und seinen Due-Diligence-Prozess neu kalibrieren, um die vorhandenen Risikofaktoren bei grenzüberschreitenden M&A-Transaktionen hinreichend zu berücksichtigen. Teams, die Transaktionen begleiten, müssen sich auf allgemeine Risikofaktoren konzentrieren, wie z. B. nationale und regionale Steuervorschriften sowie die Verfügbarkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Finanzdaten des Zielunternehmens.

Zur Überwindung rechtlicher Hürden rät Closing den Beteiligten von Cross-Border-Transaktionen dazu, einen lokalen Experten hinzuzuziehen. Rémy Templier unterstreicht, dass Tools wie Dealsuite enorm zur Vernetzung beitragen. Über das Mitgliederverzeichnis von Dealsuite ist es einfach, Experten im jeweiligen Land zu finden.

Darüber hinaus unterstreicht Closing, wie wichtig es ist, sein Gegenüber bei dieser Art von Transaktion zu kennen und zu verstehen, um einen potenziellen „Kulturschock“ zu vermeiden. Dazu sollte man am besten genau darauf achten, wie man auftritt und „dazu bereit sein, zu lernen und sich anzupassen“. Im europäischen Wirtschaftsraum gibt es in der Tat große Unterschiede in der Unternehmenskultur, was eine größere Expertise in Bezug auf Fusionen erfordert, aber auch eine besondere Aufmerksamkeit von Veräußerer und Käufer hinsichtlich einer ordnungsgemäßen Buchhaltung.

Grenzüberschreitende M&A-Transaktionen werden heute weitgehend durch den Zugang zu Qualitätsdaten und zunehmend durch Tools wie Dealsuite vereinfacht. Laut Closing erleichtert Dealsuite „die Suche nach Geschäftspartnern, insbesondere wenn man ein ausländisches Zielunternehmen aus einem bestimmten Sektor erwerben möchte“. Das Dealsuite-Matching-System mit spezifischen Filtern für die Recherche von Zielunternehmen ist eines der Werkzeuge, die Closing Deal-Sourcing einsetzt.